Leserbriefe


Abtreibungen

Eine Kolumne von Nina Kunz

Das Magazin N°25 – 22. Juni 2019

Guten Tag, Ihr Lebewesen

Weil Sie nicht abgetrieben wurden, sind Sie da und können im „Magazin“ Ihre Weisheiten verkünden.

Es erstaunt aber, dass die Redaktion Nina Kunz über das Thema „Abtreibungen“ schreiben lässt. Schon ihre erste Frage „Ist ein Fötus schon ein Lebewesen ?“ offenbart, wie unbedarft sie in dieser Thematik ist.  Wenn sie das nicht weiss, sollte sie das Schreibzeug weglegen und sich zunächst eingehend darüber informieren, bevor sie weiterschreibt und von all ihren Freiheiten schwafelt.  Gewöhnlich spricht man von „Populismus“, wenn Leute ohne Sachverstand in den sozialen Medien ihre Erkenntnisse verbreiten. Der Artikel von Nina Kunz ist feministischer Populismus von bedenklicher Simplizität. Dass gebildete Leute (Historikerin) solchen Unsinn verbreiten dürfen, ist zutiefst deprimierend.

Hätte sich Nina Kunz zuerst informiert und dann nachgedacht, wäre sie nicht umhingekommen zu schreiben: „Ein Fötus ist ein zum Leben bestimmtes Wesen, also ein Lebewesen.  Er hat noch keine Freiheiten. Weil wir Frauen aber Freiheiten haben, dürfen wir ihn abmurksen. Der Staat soll strafrechtlich die Freiheit der Frauen, das Eigentum, die Meinungsfreiheit, die Ehre und alles Mögliche schützen, nicht aber entstehende Lebewesen. Und ich, Nina Kunz, Historikerin und Journalistin, bin froh,  dass er die entstehenden Lebewesen nicht schützt, denn sie sind für all meine Freiheiten nur störend. Schliesslich stehen meine Freiheiten in der Wertehierarchie über dem Wert eines Lebewesens.“

Freundliche Grüsse

Adelrich Friedli, RA,  8907 Wettswil