Leserbriefe


Armes reiches Indien

Ein Gespräch von Bruno Ziauddin

Das Magazin N°19 – 9. Mai 2020

Sehr geehrter Herr Ziauddin,

 

mit Interesse habe ich Ihren Text gelesen. Das Spannendste daran finde ich, dass das grösste Problem in diesem Fall in Indien, nämlich die Überbevölkerung, kaum zur Sprache kam. Vielleicht weil die Welt dauernd Wachstum braucht in vielen Bereichen. Nach meinen Beobachtungen findet das sicherste Wachstum bei den Problemen der Menschheit statt, nicht zuletzt wegen der unkontrollierten Bevölkerungszunahme. An sich steuert die Natur eine zu grosse Population normalerweise durch den Zusammenbruch derjenigen durch Krankheiten etc. Möglicherweise ist diese Virusgeschichte eine kleine Vorahnung auf kommende Krisen, die vermutlich aus verschiedenen Ecken kommen könnten:

 

Wirtschaftszusammenbruch durch die horrende Überschuldung, Hunger, Dürrekatastrophen in vielen Erdteilen, dadurch grosse Völkerwanderungen in die westliche Welt und eben auch Krankheiten, gegen welche die Wissenschaft und Wirtschaft erst mal machtlos sind. Je grösser die Menschenmenge, die betroffen sein wird, umso gravierender werden die chaotischen Auswirkungen solcher Entwicklungen sein. Wenn ich heute mit 75 Aussicht auf die nächsten 20 Jahre Leben haben sollte, werde ich mitbekommen, wieweit meine  Visionen Wirklichkeit werden, denn eines ist sonnenklar: Je umfangreicher die Bevölkerung wird, desto labiler wird der Zustand derselben wirtschaftlich, politisch und gesundheitlich.

 

An sich hoffe ich natürlich nicht, dass meine Visionen eintreffen, befürchte jedoch, dass sie mit grosser Wahrscheinlichkeit die Zukunft sein werden. Wie effektiv die Wissenschaft und alle Gebildeten der Hochschulen den kommenden Entwicklungen entgegenwirken können, bleibt abzuwarten.

 

Es hat mal ein weiser Denker gesagt: Die Periode vom Anfang der Industrialisierung bis ungefähr in die heutige Zeit (ca. 250 Jahre) wird in der menschlichen Geschichte einzigartig sein und nie mehr zurückkommen. Möglicherweise werden wir uns trotz Digitalisierung etc. nicht mehr am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen können. Mal sehen, was die Schlauheit unserer Spezies bewirken kann.

 

Freundliche Grüsse

 

Martin Frey,  5734 Reinach

frey.m@bluewin.ch