Leserbriefe


Das Magazin

Leserbrief

Aktualisiert am 16. Dezember 2019, 9:55 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion

„Das Magazin“ bietet recht viel Abwechslung. In diesem Sinne: lesenswert.

Einige Hinweise. Die Artikel  von Jakob Tanner, Katja Früh und Ben Moore sind zunehmend langweilig. Alle sind hervorragend geschrieben, unabhängig des Inhalts.

Tanner: Intellektuelle Höhenflüge mit fehlendem Realitätsbezug (im Heft Nr. 28 schwärmt er von einer wunderbar belebten Brücke als Plädoyer für eine unkontrollierte Migrationsbewegung – ohne Reflexion, was das in der heutigen Zeit bedeutet); Katja Früh muss offenbar ihren Frust mit viel rhetorisch angereichter Ironie immer wieder neu loswerden, Ben Moore bringt neue Ideen, und man spürt den Wissenschaftler.

Persönlich habe ich den Eindruck, dass der Grossteil derjenigen, welche Artikel verfassen, in der Politik aktiv sind usw., zunehmend die Realität ausblenden, nicht zuletzt, weil sie den Mut nicht haben, Fakten darzulegen. Die Interpretation ist dann eine zweite Sache. „Den Dingen in die Augen zu sehen“, ist nicht mehr gesucht, sondern Formulierungen, sodass man glaubt, man entkomme einem Shitstorm wegen nicht politisch korrektem Verhalten. War und ist Politik überhaupt je „korrekt“? Man könnte darüber lange philosophieren.

Immer mehr werden Leute ausgegrenzt, welche den gegenwärtigen Tendenzen der Gesellschaft kritisch gegenüber sind und sich dabei schlicht und einfach auf nachvollziehbare, einsehbare, ja sogar öffentliche Fakten, Statistiken usw. abstützen. Bestes Beispiel: Thilo Sarrazin. Offenbar wird ihm schon vorgeworfen, dass er amtliche Statistiken aufführt, anstelle man diese offen auf deren Bedeutung hin (und Konsequenzen) diskutiert.

Nur so bekäme man einen besseren Bezug zu Tendenzen in unserer Gesellschaft. Die Spannweite der Wertungen bleibt offen, aber man ignoriert zumindest nicht, was ist.

Freundliche Grüsse

Max Meyer, Oberengstringen