Leserbriefe


Dialog Ben Moore – Niklaus Peter

Eine Kolumne von Niklaus Peter

Das Magazin N°18 – 4. Mai 2019

Ich bin enttäuscht und traurig über dieses Zankgespräch zwischen zwei sehr intelligenten  Menschen! Sie tun genau dasselbe, wie beschrieben in der Bibel – im Koran – in der Thora, nämlich alleiniges Recht und Verständnis zu haben von etwas, das mit dem Verstand gar nicht fassbar ist. (Zum Glück, denn sonst wäre GOTT/ALLAH/JEHOVA wirklich sehr, sehr klein!). ER hat ja SELBER nie etwas geschrieben! Bibel, Koran, Thora usw. sind  menschliches Stückwerk, zu verschiedenen Zeiten entstanden, mit verschiedenen Lebensmustern und verschiedenem Wissen. Und gerade daraus entstand/entsteht zu jeder Zeit so viel Elend: Hexen wurden verbrannt, Menschen sprengen sich in die Luft, Mauern werden gebaut, Glaubenskriege ausgefochten.

Meine Beziehung zu Gott darf ich nicht verstandesmässig erfassen wollen!  Erst da, wo WISSEN aufhört und GLAUBE beginnt, vermögen Menschen etwas Schöpferisches zu spüren, in einem tiefen Glücksmoment. Plötzlich, ohne eigenes Dazutun, findet jemand den richtigen Weg, den richtigen Menschen, das richtige Lebensziel. Nicht selten  sogar nach einer Krise/Krankheit/Traurigkeit. Man nennt das oft ZUFALL. Von WEM, bitte, fällt es ZU, wenn nicht von einer HÖHEREN MACHT? Dazu im Anhang ein paar Beispiele aus meinem Bekanntenkreis. Vielleicht gäbe es Leser, die auch ein Wunder erlebt haben und davon erzählen möchten?

 

Mit freundlichem Gruss

Béatrice Petrucco-Lütschg, Dipl. Psychologin VSP  

8302 Kloten

 

 

 

Dr. Jakub W.

Ich bin Jude und war im Zweiten Weltkrieg mit meiner Frau im Konzentrationslager. Ich war zum Bäumefällen  eingeteilt, es war eiskalter Winter. Man bekam nur dann etwas zu essen, wenn man genug Holz gefällt hatte. Ich habe zwei linke Hände, bin äusserst ungeschickt.Meine Frau arbeitete in der Küche eines SS-Offiziers und sammelte die Essensreste zusammen für mich. Darum habe ich überlebt…

 

Mohamed

Ich suchte als Saisonnier in der Schweiz Arbeit, weil ich zu Hause im Kosovo meine Frau und sechs Kinder nicht ernähren konnte. Es war Herbst, und ich fand einfach keine Stelle, hatte kein Geld , Hunger und war verzweifelt. In einem Zürcher Villenquartier blieb ich stehen und schaute in einen Garten. Dort kam ein Mann freundlich auf mich zu. Ich erzählte ihm meine Sorgen. Er stellte mich sofort als Gärtner an und besorgte für mich alle Papiere.

 

Esther

Mein Vater hatte Depressionen und war zeitweise alkoholkrank. Ich war 15 Jahre alt und machte mir grosse Sorgen. – Einmal kam er  tagelang nicht heim. Ich hatte sehr Angst und telefonierte der Polizei. Man sagte mir, dass ich mit einer Photo und einem Lebenslauf des Vaters abends um 18 Uhr auf den Posten kommen müsse, um eine Vermisstanzeige aufzugeben.

Zur abgemachten Zeit machte ich mich auf den Weg mit dem Tram. Aber anstatt bis zum Polizeiposten  zu fahren, stieg ich früher aus und ging in die katholische Kirche. Warum, weiss ich bis heute nicht, denn ich bin nicht katholisch! Ich betete  zu Gott, dass ich doch meinen Vater wieder finden möge. — Als ich aus der Kirche heraustrat, stand auf der anderen Strassenseite, neben der Telefonkabine, mein PAPA.