Leserbriefe


Jetzt kommt Estragon

Eine Kolumne von Christian Seiler

Das Magazin N°27 – 6. Juli 2019

Hat Anis tatsächlich eine lakritzartige Süsse? Bin mir da nicht so sicher..

Fakt ist, dass der in Frankreich beliebte Aperitif Pastis per definitionem sowohl Sternanis als auch Lakritz enthält, zudem auch etwas Zucker. Umgekehrt wird Lakritz als Süssigkeit oft etwas Anis beigemischt. Mit dem Pastis verwandte Anisspirituosen wie der griechische Ouzo, der türkische Raki und der nahöstliche Arrak enthalten dagegen kein Lakritz, darum kommt der Anis dort schon etwas anders rüber. Zwar enthalten sie Zusätze von anderen Kräutern und/oder Gewürzen, aber besonders der Ouzo Plomari erinnert mich auf angenehme Art an Anisbrötli (in Deutschland: Springerle), ohne wirklich lakritzig zu wirken, und der Arrak soll besonders trocken, also ungesüsst sein. Allen dreien ist zudem gemein, dass man sie vorwiegend zu Meze geniesst, also ist der Anis zumindest auch mit salzigen Speisen kompatibel .

 mfg

Simon Waldmeier