Leserbriefe


Lieber Harald Krüger

Eine Kolumne von Max Küng

Das Magazin N°28 – 13. Juli 2019

Lieber Max Küng, liebe Leserinnen und Leser des „Magazins“

Herr Küng, was zuerst sein muss, zuerst: danke! Danke für das Teilen  Ihrer interessanten Ideen und die vielen Schmunzler bis ausgewachsenen Lachanfälle 🙂

Seit Jahren (Jahrzehnten? … kommt mir so vor) ist das Erste, was ich  mache, wenn ich das „Magazin“ in der Hand halte: das Heft umdrehen, aufschlagen und Ihre Kolumne lesen. Meist, bevor ich überhaupt die  Titelseite angeschaut habe. In freudiger Erwartung schaue ich dann, ob sich ein weiteres Mal Übereinstimmungen finden lassen, im Sammelsurium  Ihrer und meiner Ideen/Sichtweisen/Lebenseinstellungen/Leidenschaften.
Sie verpacken Ihre präzisen Beobachtungen und oft messerscharfen Gedanken in so interessante, abwechlungsreiche und vor allem witzige Geschichten, dass ich doch das eine oder andere Mal schon laut losprusten musste und von Ihnen immer gut und oft blendend unterhalten wurde. So übrigens auch an meiner ersten und einzigen Lesung, die ich bisher je besucht habe. Merci!!! (das war übrigens in einem renommierten Zürcher Lokal, als Ihnen der Techniker vor der Zugabe das Mikro ausmachte und diese Zugabe nach einigen weiteren Pannen irgendwann doch noch den Weg zu mir fand – in schriftlicher Form).

Auch die oben genannte Kolumne hat mich amüsiert („noch nie ein so hässliches Fahrzeug gesehen“ ;-)) wie schon viele andere. Ich hätte also schon oft Gelegenheiten gehabt, Ihnen zu schreiben. Der Grund, warum ich dies heute das erste Mal tue, ist der, dass Ihr Brief an Harald Krüger ein Thema beinhaltet, das mich seit geraumer Zeit beschäftigt. Und ich meine …beschäftigt: Warum in aller Welt beherrschen bald ausschliesslich solche Ungetüme/fahrenden Einfamilienhäuser/Panzer/Treibstoffvernichter, wie auch immer man diese Riesenkarossen nennen will, das Strassenbild?

Und wie kommt es, dass ausgerechnet so viele Vertreterinnen des vernünftigen, umweltfreundlichen, tierliebenden, stilbewussten, sich veg… ernährenden, bewusst einkaufenden Geschlechts, sich mit so hässlichen Seilbahnkabinen auf Rädern auf die Strasse begeben? Wenn mir nur ein vernünftiger Grund dafür einfallen würde… Die „Macht“ und „Dominanz“ (Herstellerwerbung) wird nicht das Argument sein, und ich kann mir nicht vorstellen, dass jede/jeder von Euch einen Boots-/Pferde- oder weiss ich was für Anhänger bewegen „muss“. Liebe Frauen – und Männer natürlich ebenfalls  – , tut der Welt und Euch einen Gefallen und bringt Eure Kinder mit leichteren, sprich effizienteren und umweltfreundlicheren fahrbaren Untersätzen oder noch besser zu Fuss zur Schule, ebenso lassen sich Eure Einkäufe mit solchen Fahrzeugen leichter und Parkplatzressourcen schonender bewältigen. Selbst für den Arbeitsweg gibt es genügend Alternativen.

Versteht mich bitte nicht falsch, ich bin keineswegs gegen Autos –  ich habe selbst welche gebaut, wenn auch nicht für den Strasseneinsatz, und es gibt Situationen, in denen ein schweres, drehmomentstarkes Fahrzeug benötigt wird, keine Frage. Ich möchte auch gar nicht schulmeistern oder besserwissend daherkommen. Ich möchte nur etwas weniger schwitzen (Klimaerwärmung). Ach so, ich könnte ja die Klimaanlage einschalten… ;-))

Wärmste Grüsse

René Kovacs, 8645 Jona