Leserbriefe


Lieber Herr Brügger aus Truttikon

Eine Kolumne von Max Küng

Das Magazin N°44 – 3. November 2018

Guten Tag, Herr Max Küng

Mit einem Schmunzeln habe ich Ihren Beitrag an Herr Brügger von Truttikon im Magazin No. 44 gelesen. Einleitend vergleichen Sie die beiden Dörfer Truttikon und Trüllikon mit einem Komikerduo. Es gibt übrigens noch ein Trüttlikon im Thurgau (zwischen Truttikon und Frauenfeld), dann hätten wir sogar ein Trio! Trüllikon soll übrigens vor ca. 1000 Jahren Trullinghova geheissen haben, tönt schon fast melodiös. Trüllikon ist mein Heimatort, und bis zum Abschluss der Ausbildung war es auch mein Wohnort. Folgende Begebenheit soll Ihnen aufzeigen, dass es schon vor über 60 Jahren Leute gab, die diesen Ortsnamen komisch fanden!

Im 2. Lehrjahr als Maschinenzeichner bei der Fa. Sulzer in Winterthur bekam unsere Klasse einen neuen Deutschlehrer. Und wie so üblich, musste sich jeder Schüler kurz vorstellen. Und wie ich dann meinen Wohnort, natürlich in Mundart, „Trüllike“ ausgesprochen habe, erschallte ein kurzes Gelächter der ganzen Klasse inkl. Lehrer! Ich war Irritiert und schämte mich fast ein wenig. Ab diesem Tag habe ich für längere Zeit den Namen meines Wohnortes sehr restriktive preisgegeben, um nicht zu sagen: verleugnet! Viele jugendliche Städter haben uns vom Lande damals sowieso als rückständige „Hinterwälder“ betrachtet; aber uns damit angespornt in der Klasse zu den „Vorderwäldern“ zu gehören!

Seither hat sich viel verändert. Die Dörfer sind hübsch „ausgeputzt“, gehen mit der Zeit. Wenn Sie noch nie im Zürcher Weinland waren, dann sollten Sie die Dörfer mit den tollen Riegelbauten einmal besichtigen und auch den fruchtigen Wein kosten!

Mit freundlichen Grüssen,

J. Dünki, 4932 Lotzwil