Leserbriefe


Lieber Niklaus Peter

Eine Kolumne von Ben Moore

Das Magazin N°19 – 11. Mai 2019

An Herrn Moore

Ich bin beruhigt. Sie können auch freundlich schreiben und nicht nur aggressiv wie vor zwei Wochen. Dafür danke ich Ihnen.

Zu den von Ihnen angeschnittenen Fragen kann ich nur nicken, beantworten kann ich sie nicht. Das Weltall, das Sie erforschen, weckt in mir tiefe Existenzängste. Es mag für Sie und viele andere attraktiv sein, für mich stellt es eine Bedrohung dar. Der Glaube an Gott hilft mir zu leben, der Glaube an endlose Zufälle brächte mich an den Rand der Verzweiflung. Gott entstand für mich nicht, Er ist. Alles andere entstand und wird daher auch wieder vergehen. So sehe ich das, und dies lässt mich diese Welt ertragen.

Was die Bibel anbetrifft, halte ich mich an ein Wort Zwinglis, der seiner Gemeinde riet, beim Lesen der Bibel wie beim Fischessen alle Gräten zur Seite zu legen. Der Rest genügt vollauf.
Und dass im Namen der Wissenschaft(en) noch nie ein Krieg stattfand, dem muss ich widersprechen. Erst die Wissenschaft machte alle Formen des Massenmordes möglich.
Kürzlich las ich eine Biografie über Josef Stalin. Sie zeigte mir einmal mehr, dass Abscheulichkeiten keine Erfindung der Religionen sind, sie sind ein Teil von uns Menschen. Sie und ich, wir sind nicht harmlos.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und grüsse Sie.

Christian Keller, 8135 Langnau