Leserbriefe


Lieber Ueli Maurer

Eine Kolumne von Max Küng

Das Magazin N°21– 25. Mai 2019

Lieber Herr Küng,

Sie sollen doch auch mal einen Brief bekommen! (Es ist ja möglich, dass Sie schon viel zu viele erhalten, aber eben nicht von mir.) Ich habe mich herzlich gefreut über Ihren witzigen, einfallsreichen Brief an Herr Maurer, auch wenn Sie dem etwas viel strategisches Verhalten zutrauen. Laut aufgelacht habe ich. Das war brillant! Warum sind denn Sie nicht Bundesrat, ja Bundespräsident? Da würde ich mich um einiges wohler fühlen in der Schweiz. Da wüsste ich, dass jemand an der Spitze ist, der das Herz und das Hirn auf dem rechten Platz hat  und weiss, wie man effektiv subversiv ist. Jemand, der Humor hat und Ironie und Offenheit und Scharfsinn und Warmherzigkeit. Ich habe die letzten 20 Jahre in den USA gelebt, was vielleicht ein Grund dafür ist, weshalb ich mich über Ihren Brief heute so ganz besonders gefreut habe. Trotzdem, das war echt gut. Weiter so.

Aber ganz ehrlich: Ich wohne auf dem Lande, und manchmal ist es echt mühsam, am Samstag in die Stadt zu fahren, mit Velo oder ÖV. Aber Ihre Briefe (und die anderen Kolumnen ausser derjenigen von Ben Moore, der disqualifiziert sich mit seiner Arroganz ja dauernd selber, dem sollten Sie auch einmal einen Brief schreiben, der ist überfällig, nicht der Brief, aber der Moore, allerdings aus anderen Gründen als Herr Maurer) und oft auch die Themen lassen mich immer wieder den Weg unter die Räder nehmen. Ich bin ja nicht Tagi-Leserin, bevorzuge die WOZ, aber das „Magazin“ ist wirklich Klasse.

Ihnen, lieber Herr Küng, ein ganz herzliches Dankeschön.

Ursula Popp