Leserbriefe


„Mein Traum ist es zu sterben, während ich schreibe“

Ein Gespräch von Jan Christoph Wiechmann

Das Magazin N°20 – 18. Mai 2019

Es tut mir sehr leid zu sehen, wie ein erfahrener Mensch wie Mario Vargas Llosa in einem Interview im TA-Magazin vom 18. Mai 2019 mit den Begriffen Nationalstaat und Nationalismus umgeht.

Wir haben heute alle verstanden, dass die Menschen eines wollen: Respekt. Das Recht sich selber zu sein, sei es wegen Genre, Rasse, Religion, Sprache usw. In einem heutigen Nationalstaat ist das noch nicht überall verwirklicht, zum Beispiel eben in Spanien.

Mario Vargas Llosa ist gegen die Bestrebungen der Katalanen, sich vom spanischen Nationalismus zu befreien, und übersieht leider, dass, was er bei den Katalanen bekämpfen will, eben ist, was er selber ausübt: Er hat keinen Respekt für die Eigenart der Katalanen und will sie dem spanischen Nationalismus unterjochen.

Wollen wir ein starkes Europa bilden, müssen wir dessen einzelne Teile respektieren, ihre Eigenart anerkennen. So wie eine Gesellschaft aus freien Bürgern besteht, so soll Europa aus freien Gemeinschaften bestehen, sei es Katalonien, Kastilien, das Baskenland, die Korsen, die Bretonen  usw.  nicht die aus den auf Schlachtfeldern des 19. und 20. Jahrhunderten entstandenen „Nationalstaaten“, deren Wurzeln im ungerechten Mittelalter stehen.

So wie die Frauenbewegung und die Genre Befreiung soll auch der Respekt von Volksgruppen zwecks einer friedlichen Welt angestrebt werden.

Mit freundlichen Grüssen

Ray Ballisti, 8340 Hinwil