Leserbriefe


Rasende Ameisen und reisende Photonen

Von Ben Moore

Das Magazin N°35 – 31. August 2019

Ein  Artikel mit unvorstellbar grossen Zahlen (1043). Allerdings ist «das Beispiel von den Ameisen» nicht so ganz ausreichend «zu erklären, warum es im Universum kein Zentrum gibt». Das Universum hatte bereits bei seiner Geburt, beim Urknall kein Zentrum und daher auch keine Grenzen. Es ist wohl nur schwer vorstellbar, dass ein Raum, der eine begrenzte Masse von Materie enthält, keine Grenzen hat, diese selbst damals nicht hatte, als er einmal (während seiner Expansion) nur die Grösse einer Erbse hatte. Ausserhalb der Erbse war schon damals nichts, nicht einmal Leere.

Hier hilft höchstens der Hinweis auf eine vierte Dimension. Die Fläche einer Kugel (im dreidimensionalen Raum) hat kein Ende und kein Zentrum, und ebenso hat auch der Weltraum (im vierdimensionalen „Raum“) keine Grenzen und kein Zentrum. Die vierte Dimension wäre dann wohl die Zeit.

Bei beiden Gebilde bei der Kugel und beim Weltraum ergibt sich aus der Grenzenlosigkeit in etwa derselbe Effekt. Wenn man auf einer Kugel (wie etwa der Erde) an beliebiger Stelle stünde und nach rechts, links, vorne und hinten Ameisen mit konstanter Laufgeschwindigkeit ausschickte, dann würden sich diese irgendwann bei den Antipoden zur gleichen Zeit wieder treffen. Dasselbe beim Weltraum. Wenn man an einer beliebigen Stelle im Weltraum stünde und nach rechts, links, vorne, hinten, oben und unten Photonen (besser wohl Neutrinos) ausschickte, dann würden sich diese (vorausgesetzt sie werden durch nichts behindert) zur selben Zeit irgendwo im Weltall bei unseren Weltall-Antipoden treffen. Ich möchte gerne an Professor Ben Moore die Frage stellen, ob diese Überlegung richtig ist und wie der Ausdruck «zur selben Zeit» zu interpretieren ist, nachdem hier die vierte Dimension die Zeit ist? Oder ist die vierte Dimension hier gar nicht die Zeit?

Mit freundlichen Grüssen

Gernot Gwehenberger, 4143 Dornach SO