Leserbriefe


Tun Sie was!

Von Mathias Plüss

Das Magazin N°13 – 30. März 2019

Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,

als Erstes ein grosses Kompliment für diesen Beitrag mit den 75 Ideen, was jede/r Einzelne von uns für das Klima und die Umwelt tun kann. Es ist enorm wichtig und wird viel zu wenig gesagt: Wir müssen nicht darauf warten, bis die Regierungen aktiv werden. Wir können jederzeit entscheiden, auf etwas zugunsten des Klimas oder der Umwelt zu verzichten.

Ein Hinweis bezüglich Impact sei jedoch gestattet, und zwar bezüglich Plastik und Mikroplastik. Hier muss man in Betracht ziehen, dass 99 Prozent des Plastiks/Mikroplastiks aus Rohöl produziert werden und es bereits für die Gewinnung des Rohöls rund 170 Fracking-Chemikalien braucht. Bei der Produktion von Plastikharzen kommen weitere toxische Substanzen hinzu, die auch in die Luft gelangen und höchst gesundheitsgefährdend sind.

Gegenwärtig findet ein regelrechter Run auf Ölreserven statt, dabei wurde an der Pariser Klimakonferenz die Abkehr von fossilen Brennstoffen beschlossen.

Wenn man bedenkt, welchen Aufwand es bereits für die Suche nach Öl benötigt, wobei Forschungsschiffe wochen- oder monatelang riesige Meeresflächen absuchen und alle 10 bis 15 Sekunden bis zu 40 Druckluftkanonen auf den Meeresgrund abfeuern, dann ist der Indikator mit nur einem Stern bei Plastik und Mikroplastik massiv unterbewertet. Hier würde man sich wünschen, dass die gesamten Kosten des Plastikproblems in die Bewertung einbezogen werden.

Ausserdem ist bekannt, dass Plastik Schadstoffe absorbiert und adsorbiert. Meerestiere  – auch Fische – reichern Schadstoffe in ihrem Körper an und leiden dadurch unter anderem an Immunschwächen, tieferen Reproduktionsraten, Hautläsionen und Geschwüren. Daher haben Plastik und Mikroplastik sehr wohl einen negativen Einfluss auf die Artenvielfalt. Auch gelangen gemäss Swiss Littering Report rund 10000  bis 13000 Kilogramm Plastik pro Monat in Schweizer Seen und Flüsse.

Laut einer Studie im Dezember 2015 wurden in Basel im Rhein allein an der Oberfläche in Richtung Nordsee täglich 191 Millionen Mikroplastikteilchen gezählt. Gewichtsmässig machen diese 10 Tonnen Mikroplastik pro Jahr aus. So viel zu den Kläranlagen, die in der Lage sein sollen, das Mikroplastik herauszufiltern.

Besten Dank für das Publizieren meines Leserbriefes.

Freundliche Grüsse,

Sigrid Lüber, 8820 Wädenswil