Leserbriefe


Vom Bockshorn überpoltert

Eine Kolumne von Christian Seiler

Das Magazin N°4 – 27. Januar 2018

Guten Tag, Herr Christian Seiler

Sie sind mir einer! Den Bockshornsamen so über den grünen Klee zu loben und ihn ins allerbeste Licht zu stellen, nicht genug, Sie gehen wörtlich eine Liaison mit ihm ein! Sie dürfen sogar eine ganze „Magazin“-Seite dafür nutzen.
Ich kann ihn nämlich nicht ausstehen, schlimmer: Ich muss jeweils schier ko. , wenn ich ihn in der Drogerie für einen Fan – wie Sie – abfüllen muss. Wie so oft im Leben gibt es halt auch eine andere Seite zu beachten! Dies gilt für Sie und für mich. Und ich würde gerne wissen, wie viele Leserinnen und Leser beim Zerstossen des Bockshornkleesamens ein böses Erwachen heimsucht.
Immerhin, ich will Ihnen Ihre helle Freude an der Pflanze nicht verderben. Ich hebe die Droge grad noch eine Stufe höher: Stellen Sie sich vor, Bockshornkleetabletten werden mit gutem Erfolg für die Milchbildung bei der Mutter eingesetzt, engagiert empfohlen von Hebammen. Und früher fand die Schleimdroge Verwendung in der Tierheilkunde, dies für erweichende Umschläge, Mucilaginosum. Wie edel!
Quintessenz: Mich können Sie imfau damit ins Bockshorn jagen, dies ob es Ihnen oder Martin Luther gefällt oder nicht.
Eine würzige Zeit für Sie und herzliche Grüsse
Charlotte Eichenberger,  Therwil