Leserbriefe


Das Schraubenproblem

Von Ion Karagounis

Das Magazin N°50 – 14. Dezember 2019

Darauf warten, bis ein Lehrstuhl für kreatives Schrumpfen ins Leben gerufen wird, kann erfahrungsgemäss lange dauern, zu lange. Darum hier schon einmal eine Idee, wie die Schattenseiten des derzeitigen Wirtschaftssystems beseitigt werden können.

Bisher wurde uns eingetrichtert, dass der Mensch nur in die Gänge kommt, wenn ihm möglichst viel Geld winkt und er mehr und mehr konsumieren kann. Diese Denkweise ist meiner Meinung nach grundfalsch und wurde auch nie ernsthaft überprüft. Darum: Gleicher Lohn für alle. Für ALLE. Vom Unternehmensleiter bis zum Strassenbauarbeiter, von der Krankenschwester bis zur Bundesrätin. Zuoberst steht dabei die Verrichtung notwendiger Arbeiten, die Produktion notwendiger ökologischer Produkte.

Der Mehrgewinn nach Abzug von Löhnen und Investitionen geht an die Gemeinschaft. Statt Gier nach Geld also Liebe zum Notwendigen. Als Arbeitszeit stelle ich mir vier bis sechs  Stunden vor, je nach Arbeitsanfall. In der übrigen Zeit kann der Mensch tun und lassen, was er will: singen, tanzen, gärtnern, Sport treiben, sich austauschen, sich treiben lassen, sich selbst erforschen – was auch immer.

Gut und Geld als Wurst vor der Nase haben ausgedient und gehören in die Mottenkiste.

William Möritz, 8055 Zürich