Leserbriefe


Die Schweiz der anderen

Von Tuğba Ayaz

Das Magazin N°11 – 14. März 2020

 

Liebe Frau Ayaz

Ihr Artikel in der Beilage zum „Tages-Anzeiger“ hat mich begeistert. Dies vor allem wegen der authentischen Wiedergabe der Aussagen der verschiedenen Interviewpartner. Sehr eindrücklich. Natürlich weiss man (ich), dass solch unterschiedliche Bevölkerungsgruppen existieren. Hin und wieder kommt man auch mit den Leuten in (distanzierten) Kontakt. Findet die spezielle Sprache auch spannend. Aber wirklich nahe kommt man sich nicht …. das haben Sie ja auch gekonnt nachgezeichnet, wobei Sie wohl emotions- und altersmässig näher dran sind als ich (70+).

Faszinierend für mich ist dabei das eigentlich weitgehend problemlose Nebeneinander. Interessant, dass wir in der Schweiz eben auch leicht andere Kulturen integrieren können. Dabei ist mir persönlich die Integration ein wirkliches Anliegen. Im Grossen hilft es im gegenseitigen Verständnis, wenn wir gemeinsame Werte und Ansichten teilen.

Irritierend ist hingegen für mich, dass sich Mitbürger mit Migrationshintergrund (was für ein Wort!) daran stören, wenn ich mich für ihre Herkunft interessiere. Ich meine, davon, von diesem Interesse lebt doch unser Gesellschaft! Anmerken muss ich dabei, dass meine zwei erwachsenen Söhne beide adoptiert sind und völlig unterschiedliche Herkunften haben (Indonesier und Afroamerikaner) und dass wir uns als Familie der Herkunftsherausforderung immer sehr offen gestellt haben.

Liebe Frau Ayaz, ich freue mich auf weitere solche tiefschürfenden Beiträge. Inhaltlich sehr berührend, aufschlussreich und interessant. Herzlichen Dank.

Mit besten Grüssen

Richard Glückler,  8309 Nürensdorf