Leserbriefe


Gemeinsame Sache machen

Von Anuschka Roshani Paula Scheidt

Das Magazin N°27 – 7. Juli 2018

Ich finde, die Haltung, die Frauen, die etwas gegen das Gender-Ungleichgewicht machen wollen, einnehmen, impliziert, dass sie sich als etwas Schwächeres ansehen als Männer. Deshalb versuchen sie, mit künstlichen Quoten und Schulungen für Frauen gegen die „stärkeren“ Männer anzukämpfen. Ich persönlich denke, dass heutzutage, wo alle die gleichen Chancen haben, Frauen nicht erwarten können, dass sie hinter dem Busch bleiben können und ihnen trotzdem alles in den Schoss fällt. Wenn jemand nach oben kommen will, muss er dafür kämpfen, egal ob er ein Mann oder eine Frau ist. Männer denken vielleicht weniger darüber nach, wie sie bei anderen ankommen, oder es scheint zumindest so. Oder vielleicht können sie sich dank der tiefen Stimme mehr Gehör verschaffen. Aber davon müssen sich Frauen nicht beeindrucken lassen; wenn einen eine Eigenschaft einer Führungskraft (m. oder w.) beeindruckt, kann man versuchen, sich diese zu eigen zu machen, anstatt sich darüber zu beklagen, dass man selbst eben nicht so ist und deshalb keine Chancen hätte. Ich bin als Studentin mit meiner direkten Art noch nie schlecht bei Professoren oder männlichen Mitstudenten angekommen, im Gegenteil habe ich das Gefühl, dass es anerkennend geschätzt wird. In einem Job habe ich einmal mehr verdient als meine Mitarbeiter, weil ich als Einzige offen und freundlich mit dem Organisator über den Lohn gesprochen habe, worauf er mir von sich aus eine höhere Summe anbot.

Freundliche Grüsse,
L.A.