Leserbriefe


Mutter sein – und noch vieles mehr

Von Anuschka Roshani

Das Magazin N°12 – 21. März 2020

Liebe Frau Roshani

Mit Ihrem Artikel  haben Sie mir aus dem Herzen gesprochen, auch wenn meine Töchter Jg. 74 und 76 sind… Damals wagte man ja nicht, sich zu beklagen… obwohl das Anteilnehmen gerade in der Anfangszeit so wichtig wäre.

1974 nach der Geburt von B. kam die Nichte meines Mannes, um mir etwas zu helfen. Sie wickelte das Baby perfekt, dagegen passten meine Windelpakete (noch keine Pampers) selten, verrutschten, und ich kam mir so unbeholfen vor. Einmal ging ich heulend zur Vermieterin, die oben an mir wohnte und deren Kinder schon grösser waren. Da bekam ich zum ersten Mal Zuspruch, sie erzählte mir von der Depression, die häufig vorkäme nach der Geburt. Es ging mir dann auch besser, besonders als die perfekte Nichte nicht mehr da war…

Jetzt als Grossmutter sehe ich vieles anders, einfacher. Ich sehe auch, wie meine Töchter sehr verschieden mit den Kindern umgehen, aber das Vaterproblem ist weiterhin vorhanden. Die jungen Frauen fordern geradezu ihren Partner heraus, bei einigen passt das, bei anderen nicht. So sind Familien und ihre Lebensumstände auch ganz unterschiedlich. Mein Mann kam aus Südamerika, so war ich ja bemüht, ihn nicht zum Schweizer zu machen, sondern seine Werte auch einzubringen…

Dass Ihre Tochter schon 12 ist, hat mich überrascht. Die Zeit geht viel zu rasch vorbei. Ihre Beiträge finde ich immer lesenswert. Machen Sie so weiter!

Freundlich grüsst

Ursula Andrade
Neuhausen am Rheinfall