Leserbriefe


Weltschmerz

Eine Kolumne von Nina Kunz

Das Magazin N°12 – 21. März 2020

Weltschmerz, Fussballfieber oder Umweltschutz sind Begriffe, die die Menschheit bewegen. Jeder für sich, aber doch die grossen Massen fesselnd. Für alle drei gibt es aber auch grössere und kleinere Minderheiten, die sich nicht betroffen fühlen, ja, es lässt sie kalt. Am allerwenigsten betrifft es die wenigen Könige der neuen elektronisch verschmutzten Welt. Das Schmerzvollste an der ganzen Menschheitsgeschichte von heute ist die weit verbreitete Ignoranz der Bevölkerung, es zu erkennen. Das wäre nämlich die Voraussetzung, um den rechten Weg einschlagen zu können. Die unsichtbaren Profiteure können schalten und walten, wie sie wollen. Sie sind die «Untouchables» des 21. Jahrhunderts. Und dann kam Corona ! Und dann kommt noch…wer weiss was ?

Im Gegensatz zu Frau Kunz bin ich aber nicht am Verzweifeln. Das hat den gleichen Hintergrund wie das sich ärgern, wenn das Wetter schlecht ist. Ich kann es nicht beeinflussen oder sogar ändern, also was solls?

Die höchste Form der Hoffnung? Hoffen, sehr stark hoffen, am stärksten hoffen? Hoffnung ist etwas Irrationales, Unfassbares, aber Kostbares – und das nicht nur, weil sie zuletzt stirbt, wie man so sagt. Das kann übrigens so nicht ganz stimmen, denn der Mensch stirbt ja zuletzt und lässt die Hoffnung zurück bei den anderen. Für mich ist die Überwindung der Verzweiflung der erste Schritt, hin zur Hoffnung. Verzweiflung hat etwas Kontrollloses an sich, wie Zorn, Gier, Eifersucht und Hass. Das Leben lehrt uns, dass sie alle schlechte «Berater» sind.

Ich hoffe, dass dieser Beitrag von Frau Kunz noch möglichst viele Leser zum Denken anregt.

Mark Gasche, 3422 Kirchberg  BE