Leserbriefe


Wolkige Aussichten

Von Ben Moore

Das Magazin N°3 – 18. Januar 2020

Lieber Ben Moore, liebes „Magazin“

Im „Magazin“  lese ich bei Ben Moore, dass die meisten Neurowissenschaftler sich einig darüber sind, dass unser Bewusstsein innerhalb unseres neuronalen Netzwerks liegt. Trotzdem wissen sie natürlich überhaupt nichts darüber, wie dieses neuronale Netzwerk ein Bewusstsein hervorbringt.

Dazu ein Zitat von Matthew Fox, einem amerikanischen Priester: „Now, how is the soul related to the body? I just want to say this one thing. I have found it said by Hildegard, the twelfth-century creation mystic, Thomas Aquinas of the thirteenth century and Eckhart of the fourteenth century. All of them say the same thing: the soul is not in the body but the body is in the soul. It’s a very important shift of consciousness and it contradicts Plato’s belief of the soul as a bird stuck in a cage that’s not really going to get free until it dies. That whole notion is quite dangerous. Believing that our body is in our souls means our souls are as large as the world in which we live, as the fields in which our minds play, and as the field in which our hearts roam. That’s how big our souls are.“
(aus: Rupert Sheldrake & Matthew Fox, Natural Grace, Dialogues on Science and Spirituality, London 1997, page 73.)

Als Buddhistin mit einem PhD in Cognitive Science der University of Edinburgh wage ich es, das Bewusstsein mit der Seele gleichzusetzen, und nach Jahrzehnten sog. übersinnlicher Erfahrungen stimme ich Matthew Fox insofern zu: Der Körper ist im Bewusstsein, nicht umgekehrt. Und: Das Bewusstsein ist auch nicht immer an den Körper gebunden. Das Gehirn, das neuronale Netzwerk sowie auch Gershons „Second Brain“ sind sicher auch massgebend, aber mehr in der Form eines Filters, was sich bei veränderten Bewusstseinszuständen auf interessante Weise zeigt.

Was meinen Sie dazu, lieber Ben Moore?

Mit freundlichen Grüssen

Kathrin Cooper, 8122 Binz